Wenn die Strickerin das Haus verlässt…

21. Juli 2011 | Von | Kategorie: News, On my Needles, Tipps

Ich stricke gerne zu Hause – da habe ich alles, was ich benötige. Der Nachteil: In meiner Wohnung gibt es ausschließlich Garn, das ich bereits kenne – und das auch noch in begrenzter Menge. Ich muss mir meinen Kaffee nicht nur selber kochen, sondern auch die Tasse selber spülen. Ich habe keine Haspel. Ich muss selber Lösungen für Strickprobleme finden, statt dass eine Sitznachbarin mir schnell hilft – oder umgekehrt. Nur der Spiegel sagt mir, ob das fast fertige Strickstück gut sitzt oder Rundungen an Stellen verschafft, an denen ich sie nicht für nötig befinde. Ich muss mich selbst vermessen. Gründe genug, eines der Wollgeschäfte meines Vertrauens zu besuchen – wie z. B.

Maschenkunst, Dienstag Nachmittag.

Diese drei Bücher verließen mit mir gemeinsam das Geschäft, und ich werde sie euch sukzessive vorstellen:

Natürlich wanderte auch Garn in meine Tasche – ein Aubergine-Ton der fantastischen Sivilla von Wetterhoff (nicht zu verwechseln mit der feineren Qualität Silvia). Es lässt sich ganz wunderbar verstricken und hat einen schönen seidigen Glanz; Silvia ist auch super für Lace-Tücher geeignet; Zusammensetzung: 30 % Tussah-Seide, 70 % Wolle. Hinzu kam ein Strang handgefärbter Jaipur Silk Fino (100 % Maulbeerseide) von BC in Gelb-Lila-Braun (diese Fabe ist nicht im Maschenkunst-Online-Shop, aber im Geschäft erhältlich und auch hier zu sehen).

Ich blieb noch ein wenig länger im Laden, um den mir angebotenen Kaffee zu trinken und einen Sivilla-Strang zu wickeln. Angesichts der Vielzahl an Strängen in meinem Stash sollte ich mir demnächst mal eine eigene Haspel zulegen. Ich habe ja eine große Vorliebe für die (handgefärbten) Garne kleinerer Hersteller oder auch Manufakturen, und die liefern in der Regel im Strang. Die verstricke ich viel lieber als Knäuel, u.a. deshalb, weil man sowohl die Qualität des Garns als auch Farbverläufe viel besser sehen kann. Einen tollen Wickler habe ich nämlich schon. Der gehört zu einer fast schon antiquarischen Knittax-Strickmaschine und ist total robust, weil aus Eisen und lindgrün lackiert (das Bild täuscht).

Mit der Maschenprobe habe ich also noch im Geschäft begonnen, und Daniela hat noch schnell ein Foto gemacht, bevor sie (also die Maschenprobe…) in die Tasche wanderte. Geplant ist das Modell Bell Sleeve Blouse von Teva Durham (aus obigem Buch). Ich verwende Sivilla für den Body und Jaipur Silk Fino für die locker-luftigen Ärmel und für eine Schleife, die ich noch an den Ausschnitt stricken möchte.

Und wie es so ist, wenn man in einem Wollgeschäft sitzt: Andere Kundinnen sind da, neue kommen hinzu, man zeigt sich gegenseitig seine Strickprojekte, fachsimpelt ein wenig, blättert durch das eine oder andere Buch. Und so kam es, dass ich auch dieses wunderschöne Werk „The Haapsalu Shawl“ von Siiri Reimann in Händen hielt. Es war mir schon öfter begegnet und ist im Rahmen meines mittel-bis langfristigen Ziels, meine Lace-Kenntnisse zu vervollkommnen, bestimmt eine gute Quelle… Es gab allerdings auch noch eine andere Kundin, die Interesse an diesem Buch hatte, und da ich ja schon bestens versorgt war (s. o.), fiel mir der Verzicht nicht schwer ;-). Und um mich sozusagen schon einmal in die Thematik einzuarbeiten, half ich ihr schnell bei Erklärung und Übersetzung der Stricksymbole vom Englischen ins Deutsche. Mein erstes Learning: Die hübschen Verkreuzungen werden u.a. dadurch erzielt, dass man aus zwei Maschen zwei herausstrickt: zwei Maschen rechts zusammenstricken, aber die Maschen nicht abstricken, sondern auf der Nadel lassen, noch einmal hinten durch die beiden Maschen stricken und anschließend von der Nadel gleiten lassen. Das ist ein Stich, wie er auch im Tuch LacyAnna von Birigit Freyer vewendet wird.

Und noch etwas Neues habe ich gelernt. Ich sag ja immer „Strickerin, verlass Haus und Couch und du wirst belohnt werden!“ ;-). Daniela half einer Kundin bei einer Anleitung, die wohl etwas missverständlich geschrieben war. Hier sind die Notizen, die sie währenddessen anfertigte. Capice? Rückfragen gerne an Frau Maschenkunst. Scherz beiseite: Wer die Lösung für die kryptischen Ziffern hier im Kommentarfeld hinterlässt, erhält eine Überraschung. Bei mehreren richtigen Lösungen entscheidet das Los. Einsendeschluss: Morgen früh, 10.00 Uhr. Aufgrund einer technischen Störung wurde der Artikel nicht korrekt anzeigt. Aus dem Grund verlängert sich der Annahmeschluss auf morgen, 18.00 Uhr. ;-)

Viel Vergnügen!

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5 Kommentare auf "Wenn die Strickerin das Haus verlässt…"

  1. angela sagt:

    Na das sind die Abnahmen für eine Armkugel.
    1. Reihe 3M abketten, dann in der 3. Reihe 2M abketten usw.

    Das könnte auch ein Zettel von mir sein, ich schreib das auch so auf – im günstigen Fall (im ungünstigen Fall vergesse ich das Aufschreiben und kann niemals die Anleitung für ein Strickstück aufschreiben).

    Grüße, Angela

  2. Nicole sagt:

    Das sind bstimmt Ab- oder Zunahmen. Ich könnte nicht sagen, für was – Angelas Tipp mit der Armkugel klingt logisch. Meine Zettel sehen zumindest so ähnlich aus. Entweder ich schreibe die Zahlen so auf, oder aber ich mache einfach Kreise (für Reiehen ohne Veränderung) und entweder nach oben spitze Dreiecke für Abnahmen und nach unten spitze Dreiecke für Zunahmen. Wenn es mehr als 1 Masche ist, kommt noch eine Zahl dazu.

    Also, ich denke mal, solche Zettel sind fast büerall zu finden.

    Liebe Grüße, Nicole

  3. Martina Hecht sagt:

    Liebe Angela, liebe Nicole,

    natürlich habt ihr beide Recht! Eine Verlosung finde ich wenig sinnvoll, deswegen bekommt ihr beide die versprochene Überraschung – einen amazon-Gutschein. Wenn ihr damit einverstanden seid, schicke ich euch diese per Mail an die von euch angegebenen Mail-Adressen zu.

    Danke für eure Teilnahme und ein schönes Wochenende
    Martina

  4. Ha! zu spät… kaum ist man mal ein Wochenende unterwegs, passieren lustige Dinge ohne mich… :-(
    naja, nächstes Mal ist auch ein Tag!
    Auf die Buchvorstellungen freu ich mich jedenfalls schon!

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