Erica von Shilasdair

2. April 2012 | Von | Kategorie: Design, Handarbeit und Hobby, News

Ich bin ein wenig spät dran mit einer Nachlese zur H+H, die am vorletzten Wochenende hier in Köln stattgefunden hat. Ein Grund: Ich musste unbedingt stricken… Ein anderer Grund ist, dass ich erst am Sonntag Mittag durch die Hallen gehen konnte, und vier Stunden reichen nicht aus zum Stöbern, Begutachten, Fachsimpeln und Kontakte knüpfen. Glücklicherweise gibt es Kolleginnen wie z. B. Tichiro, die die Messezeit wesentlich besser genutzt und einen mehrteiligen Bericht verfasst hat.

Ich mich also auf das Wesentliche beschränken… Einen Bericht werde ich noch schreiben, aber nun möchte ich das schönste Garn – und das ist für mich eines der wenigen Messe-Highlights – das ich auf der Messe finden konnte, vorstellen:

Luxury 4 ply von Shilasdair.

Das Garn besteht zu 10 % aus Kaschmir, 10 % Baby-Kamel, 40 % Angora und 40 % Merino. Die Lauflänge beträgt ca. 200 m/50g. Das Allerschönste neben der wunderbaren geheatherten Textur sind die Farben – eine riesige Auswahl auf Pflanzenbasis. Es gibt auch noch eine DK-(300m/100g) und eine Aran-Variante (160m/100g). Darüber hinaus führt Shilasdair noch reine Seide, organische Baumwolle und reines Kaschmir. Letztes hatte ich auch in den Händen, und das gefiel mir auch sehr gut.

Ich habe mir 2 Stränge Luxury 4 ply gegönnt. Die Farbe heißt „Skye Gabbro“ – die Bestandteile Krappwurzel, Blau-/Blutholz und Färberlack ergeben einen gedämpften Heideton. Daraus habe ich einen kleinen Bolero namens Erica gestrickt. Die 100g haben (nach Auflösen der Mapro) für meine Größe gereicht; ich habe noch ca. 2g übrig. Verwendet habe ich Metallnadeln der NS 3,5; möchte man ein noch dichteres Strickbild, kann man auch 3er Nadeln einsetzen. Bei Lace würde ich eher auf 4 oder gar 4,5 wechseln. Aufgrund seiner Weichheit und da es überhaupt nicht spleißt, floss das Garn nur so über die Nadeln, und ich hatte das Gefühl, als strickte sich das Jäckcken fast von selbst.

Für eine Jacke/einen Pullover mit langen Ärmeln dürfte man – ja nach Größe und Muster – mit 3,5er Nadeln mit 300 bis 350g auskommen (Mapro glatt re: 22 M x 33 R).

Nicht unerwähnt lassen möchte ich den sehr besonderen Geruch des Garns – beschreiben kann ich ihn nicht, mochte ihn aber sehr.

Nach dem Waschen ist das Garn noch weicher geworden, die Oberfläche wirkt auf den ersten Blick fast filzig, ist es aber nicht, sondern – wie wir in Köln sagen – “muckelig” weich (lt. Eva, der Inhaberin, pillt es auch nicht). Seine Form hat es auch gewahrt. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es: Das Garn reißt ziemlich leicht – das spielt beim Stricken keine Rolle, aber beim Vernähen.

Hier ist nun also „Erica von Shilasdair“ – klingt fast nach einem alten schottischen Adelsgeschlecht… Den Modellnamen habe ich in Anlehnung an den Farbton, der auf den Red Cuillen, einen rötlichen Felsen auf Skye (Hebriden), zurückzuführen ist, gewählt.

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Ein Kommentar auf "Erica von Shilasdair"

  1. Oh, der ist aber hübsch geworden… sehr schöne Farbe und trotz der vielen „warmen“ Wollsorten sieht er sehr sommerlich aus!

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